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Der AgrarKulturerbe-Preis

Die Gesellschaft für Agrargeschichte e. V. schreibt ab 2008 einen AgrarKulturerbe-Preis aus. Dieser wird alle zwei Jahre an öffentliche Institutionen, Vereine, private Initiativen oder Einzelpersonen vergeben, die sich in besonderer Weise um die Erhaltung des AgrarKulturerbes verdient gemacht oder zur Erforschung des AgrarKulturerbes einen wichtigen Beitrag geleistet haben.

Der erste Preis des Jahres 2008 ging an Professor Dr. Helmut Ottenjann für die von ihm ins Leben gerufene "Stiftung Kulturschatz Bauernhof". Diese Stiftung, die seit 1999 besteht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das einzigartige Kulturerbe im Emsland, die so genannten Fachwerk-Bauernhöfe des Artlandes, zu erhalten. Den zweiten Preis erhielt das Bergische Freilichtmuseum für Ökologie und bäuerlich-handwerkliche Kultur in Lindlar. Dabei handelt es sich um ein Regionalmuseum in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland. Es liegt etwa 30 km östlich von Köln und wurde 1998 eröffnet. Überzeugt haben insbesondere die Verbindung einer innovativ-ökologischen und traditionell-musealen Zielsetzung. Den dritten Platz erreichte Horst Kleinlein für die behutsame und sensible Instandsetzung und Sanierung des ehemaligen Nürnberger Spital-Hofes in Stein-Oberbüchlein. Die Preisverleihung erfolgte durch den Vorstand der Gesellschaft für Agrargeschichte e. V. auf Vorschlag des Wissenschaftlichen Rates auf der Jahrestagung der Gesellschaft am 13. Juni 2008 in Erfurt.

Der nächste Preis wird im Jahr 2010 verliehen. Bewerbungen sind bitte an eine der unter Kontakt angegebenen Adressen zu richten. Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2009.

Die Höhe des Preisgeldes beträgt 2.000 Euro. Über die Verleihung des Preises entscheidet der Vorstand der Gesellschaft für Agrargeschichte e. V. auf Vorschlag des Wissenschaftlichen Rates der Initiative AgrarKulturerbe.

Sowohl der Agrarbegriff wie auch der Kulturbegriff sind dabei weit gefasst. Zum Agrarbereich gehören nicht nur Errungenschaften der Landwirtschaft im engeren Sinn wie besonders schöne Bauernhöfe, dörfliche Ensembles oder agrartechnische Leistungen, sondern auch das ländliche Handwerk, das Leben im ländlichen Raum, die Forstwirtschaft, die landwirtschaftlichen Nebenerwerbe und Landwirtschaftsindustrien wie die Zuckerindustrie oder die Milchwirtschaft.

Im Kulturbegriff sind sowohl die subjektiven Werte, Normen und Einstellungen wie auch deren Ausformung in Sprache, Gebäuden, Gegenständen oder der gestalteten Landschaft enthalten. Kultur umfasst damit nicht allein die Hochkultur im Sinne künstlerischer Interpretation und künstlerischen Schaffens, sondern die gesamte Gestaltung der ländlichen Umwelt und des ländlichen Alltags und damit die Summe aller menschlichen Leistungen, die dazu beitragen, dass sich Menschen in der von ihnen gestalteten Umwelt heimisch fühlen können.

Vorschläge zur Verleihung des Preises sind schriftlich zu richten an: Gesellschaft für Agrargeschichte e. V., c/o Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) I B, Eschborner Landstraße 122, 60489 Frankfurt am Main. Der Vorschlag und die Begründung sind in deutscher Sprache abzufassen. Vorschläge für das laufende Jahr sind bis zum 31. August einzureichen. Die Namen der Preisträger werden öffentlich bekannt gegeben. Ein Rechtsanspruch auf Zuerkennung des Preises besteht nicht.