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Dorfmuseum Tremmen

Dorfmuseum Tremmen, Stellmacherwerkstatt
Beschreibung
Das Dorfmuseum Tremmen wurde in einem ehemaligen Werkstattgebäude eines Stellmachers eingerichtet. Die Stellmacherei existierte hier von 1879 bis 1958 und war dann bis in die Gegenwart weitgehend komplett erhalten geblieben. Ein Förderverein baute mit Gemeindemitteln das Gebäude zu einer musealen Einrichtung aus, welche im Jahre 2000 eröffnet wurde.
Im Mittelpunkt der Präsentation steht das ländliche Handwerk. Die elektrische Bandsäge und Hobelmaschine, angetrieben durch eine Transmission - installiert vor rund 80 Jahren - funktionieren bis heute und werden dem Besucher vorgeführt. Produkte des Stellmachers wie Wagenräder, Holzschlitten und diverse landwirtschaftliche Geräte gehören genauso zur Ausstellung wie historische Dokumente (Geschäftsbücher, Lehrbücher des Wagners, Lehrbriefe).
Da Stellmacher und Schmied in der Herstellung von Ackerwagen und -geräten zusammenwirkten, wird als zweites wichtiges ländliches Gewerk das Schmiedehandwerk dargestellt.
Im Obergeschoss des Gebäudes wohnten früher die Lehrlinge und die Gesellen, die sich auf Wanderschaft befanden. Das Dorfmuseum hat dieses Zimmer entsprechend als Wohnraum im Stil der 1930er Jahre eingerichtet.
Der frühere Holzlagerraum im oberen Teil des Gebäudes wird für wechselnde Sonderausstellungen über das frühere ländliche Arbeiten und Wohnen sowie über die Dorfgeschichte genutzt. Das gegenwärtige Ausstellungsthema lautet Urgroßmutters Küche und Waschküche.
Ein kleiner Garten am Museumsgebäude wurde im Jahre 2004 als Heilkräutergarten eingerichtet. Es wurden rund fünfzig, überwiegend einheimische Pflanzen gesetzt und beschildert, die nach dem heutigen Stand der Wissenschaft als Hausmittel genutzt werden können. Außerdem werden hier 20 historische, kleine Landwirtschafts- und Gartengeräte ausgestellt wie Sense, Dreschflegel, Kartoffelhacke u.a.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite vom Dorfmuseum, auf dem Grundriss einer ehemaligen großen Dorfscheune, befindet sich eine Freilichtausstellung von 50 verschiedenen historischen Landmaschinen und -geräten. Info-Tafeln informieren zusätzlich über jene Geräte, die hier nicht vorhanden sind. Und eine Schautafel widmet sich der Geschichte der Tremmener Bauernhöfe. Die Besonderheit des Dorfes besteht darin, dass es über 700 Jahre dem Domkapitel Brandenburg gehörte, also dass die Bauern der Kirche und nicht einem Landadligen unterstanden, wie es sonst in dieser Region meist der Fall war. Des weiteren hatten die Tremmener Bauern für brandenburgische Verhältnisse recht guten Boden, den sie bewirtschaften und es somit zu einem Reichtum brachten, der im Havelland sprichwörtlich wurde ("Dat ist die Republik Tremmen!").
Literatur
-Der Brandenburger Dom und seine Dörfer. (Hrsg. v. Domstift Brandenburg.)  2004
-Alpermann, G.:
Höfe und Familien in Tremmen (Westhavelland) 1520-1945. In: Schriftenreihe der Stiftung Stoye der Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e.V., Bd. 11. Neustadt an der Aisch 1981
>> Familienforschung, Hofgeschichte
-Krey, I.:
100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Tremmen 1899-1999. (Hrsg. v. Gemeinde Tremmen.) Tremmen 1999
>> Ortsgeschichte, Feuerwehr, Feuerwehrgeschichte
-Krey, I.:
Die Kirche von Tremmen. (Hrsg. v. Gemeinde Tremmen.) Tremmen 1997
>> Ortsgeschichte, Kirchengeschichte, Kirche
-Krey, I.:
Tremmen - Ein Streifzug durch die Jahrhunderte. (Hrsg. v. Gemeine Tremmen.) Tremmen 1998
>> Ortsgeschichte
-Krey, I., Lehnhardt, Lothar:
Handwerk und Gewerbe in Tremmen. Ein hundertjähriger Rückblick (Hrsg. v. Dorfmuseum Tremmen.) Tremmen 2006
-Krey, I./Lehnhardt, L.:
Zur Geschichte der Tremmener Schule, Teil 1: 1865-1959. (Hrsg. v. Dorfmuseum Tremmen.) Tremmen 2009