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Landkreis (Kreisverwaltung) Neunkirchen

Beschreibung
Der Landkreis Neunkirchen erstreckt sich von der geographischen Mitte des Saarlandes nach Osten hin bis zur Landesgrenze. Er grenzt im Norden an den Landkreis St. Wendel, im Osten an den rheinland-pfälzischen Landkreis Kusel, im Süden an den Saarpfalz-Kreis und den Stadtverband Saarbrücken und im Westen an den Landkreis Saarlouis.
Der Landkreis ist gemessen an seiner Fläche der kleinste Gemeindeverband im Saarland, mit seinen 143.645 Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von 575 Einwohnern je qkm ist er jedoch der am dichtesten besiedelte saarländische Landkreis.
Die Landschaft des Landkreises Neunkirchen gehört hauptsächlich zur Mittelgebirgslandschaft des Saar-Nahe-Berglands und des Prims-Blies-Hügellandes.
Wichtigste Gewässer sind die Blies und die Ill. Es bestehen einige kleinere Naturschutzgebiete in der Landschaft, darunter das Sekundärbiotop "Tongrube Dirmingen". Die "Illaue" mit den Auen der Seitenbäche ist als Naturschutzgroßvorhaben vorgesehen und schon als FFH-Gebiet gemeldet.
Historisch wurde der Grundstein für den heutigen Landkreis Neukirchen wurde gelegt, als im Jahre 1545 die Grafschaft Saarbrücken unter den Söhnen des Grafen Johann Ludwig aufgeteilt wurde. Unter wechselndem Namen (Herrschaft Ottweiler, Amt Ottweiler, Kanton Ottweiler) existierte die Gebietseinheit bis 1814/1816. Das Gebiet des heutigen Landkreises Neunkirchen kam 1815 nach dem Wiener Kongress unter preußische Verwaltung. Als Preußen 1816 seine Provinzen in Regierungsbezirke und Kreise einteilte, entstand der Landkreis Ottweiler innerhalb des Regierungsbezirks Trier in der Rheinprovinz. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde nach Vereinbarung des Versailler Vertrages das Saargebiet und mit ihm der Landkreis Ottweiler 1920 unter Völkerbundmandat gestellt. 1946 und bei der Gebiets- und Kreisreform des Saarlandes 1974 wurde das Kreisgebiet verändert und 1974 außerdem in "Landkreis Neunkirchen" umbenannt. Die Kreisverwaltung verblieb jedoch in Ottweiler. Seitdem hat der Landkreis die Stadt Neunkirchen als Kreisstadt und die Stadt Ottweiler als Verwaltungssitz. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Neunkirchen noch 7 Gemeinden, darunter 2 Städte. Größte Stadt des Kreises ist die Kreisstadt Neunkirchen, zugleich zweitgrößte Stadt des Saarlandes, kleinste Gemeinde ist Merchweiler.
Ungefähr 400 Jahre lang prägten die Förderung von Kohle und Erz und die Herstellung von Stahl das Wirtschaftsleben im Landkreis Neunkirchen. Um 1590 wurde die Eisenhütte bei Neunkirchen gegründet, 1982 wurde die Neunkircher Hütte stillgelegt. Die Kreisstadt Neunkirchen und viele Orte des Landkreises sind bis heute deutlich als ehemalige Gruben- oder Hüttenstandorte zu erkennen. Davon zeugen verschiedene Industriedenkmäler. Allen voran ist das "Alte-Hütten-Areal" in Neunkirchen zu nennen, das zugleich an die Epoche der Schwerindustrie erinnert und den strukturellen Wandel der letzten 20 Jahre verdeutlicht: Inmitten der restaurierten Hochöfen, der Gebläsehalle und des Wasserturms befinden sich jetzt kulturelle und Dienstleistungseinrichtungen.
Der Landkreis ist aber nicht nur (post-)industriell, sondern durchaus auch grün und ländlich geprägt: knapp ein Drittel der Fläche sind mit Wald bedeckt und etwas mehr als ein Drittel der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Historisch spielten hier besonders die so genannten Arbeiterbauern, die im industriellen Bereich arbeiteten und im Nebenerwerb Landwirtschaft betrieben, eine wichtige Rolle. Von der bäuerlich-ländlichen Prägung zeugt unter anderem ein restauriertes Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert in Habach.
Des Weiteren wurde der Landkreis Neunkirchen 1985 vom Verein Deutscher Rosenfreunde wegen seiner neun öffentlichen und bemerkenswerten Rosengärten zum ersten und bislang einzigen "Rosenkreis" Deutschlands ernannt. Die Rosengärten reichen vom kleinen Privatgarten in Illingen über den Barockgarten in Ottweiler bis hin Rosengarten in Rosenform in Finkenrech, Eppelborn-Dirmingen. Die Bezeichnung "Rosenkreis" wird heute zur Imagebildung des Landkreises benutzt (siehe auch: http://www.rosenkreis.de/).
Daten im Überblick:
Landkreis Neunkirchen
Bundesland: Saarland
Verwaltungssitz: Ottweiler
Fläche: 24.921 ha, davon:
Landwirtschaft 10.684 ha,
Wald: 7.340 ha,
Wasser: 188 ha
Einwohner: 143.645 (31. März 2006)
Bevölkerungsdichte: 575 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: NK (früher auch OTW)
Kreisgliederung:
2 Städte und 5 Gemeinden
Städte: Neunkirchen, Kreisstadt (49.210 Einwohner), Ottweiler, Sitz der Kreisverwaltung (15.419 Einwohner)
Gemeinden: Eppelborn (18.040 Einwohner), Illingen (18.236 Einwohner), Merchweiler (10.817 Einwohner), Schiffweiler (17.278 Einwohner), Spiesen-Elversberg (14.350 Einwohner).
Landwirtschaftliche Betriebsstruktur:
insgesamt 172 landwirtschaftliche Betriebe auf einer Gesamtfläche von 7.345 ha
15 Betriebe unter 2 ha,
105 Betriebe 2-50 ha,
26 Betriebe 50-100 ha
26 Betriebe 50-100 ha,
26 Betriebe 100 und mehr ha
insgesamt 8 landwirtschaftliche Betriebe mit Viehhaltung in ökologischer Bewirtschaftung (2003) (Saarland gesamt: 80).
Literatur
-Agrarstrukturerhebung 2003 – Strukturdaten der Landwirtschaft. (Sonderheft Nr. 212/2006). (Hrsg. v. Statistisches Landesamt Saarland.) Saarbrücken 2006
-Die Deutschen Landkreise. Wappen - Geschichte - Struktur. (Hrsg. v. Linder, Erich Dieter; Olzog, Günter.) München 1986
-Land der Gruben und Wälder. Der Landkreis Ottweiler im Saarland, Zur 150-Jahrfeier des Kreises im Jahre 1964. (Hrsg. v. Landkreis Ottweiler.) Saarbrücken 1964
-Landschaft und Leute im Wandel der Zeit. Landkreis Neunkirchen. (Hrsg. v. Landkreis Neunkirchen.) Ottweiler 1984
-Saarländische Gemeindezahlen 2006. (Hrsg. v. Statistisches Landesamt Saarland.) Saarbrücken 2006