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Landkreis (Kreisverwaltung) Saarlouis

Beschreibung
Der Landkreis Saarlouis ist der bevölkerungsreichste Landkreis des Saarlandes. Er umfasst den Südwesten und die Mitte des Landes. Benachbarte Landkreise sind Merzig-Wadern, St. Wendel, Neunkirchen, der Stadtverband Saarbrücken und das französische Departement Moselle.
Die wichtigsten Flüsse im Landkreis sind die Saar, die von Südosten kommend das Kreisgebiet nordwestlich in Richtung Trier durchfließt, die Prims, die von Nordosten aus dem Hochwald kommend in das Kreisgebiet eintritt und bei Dillingen in die Saar mündet, und die Nied, die aus Lothringen kommend bei Rehlingen-Siersburg in die Saar mündet.
Das heutige Kreisgebiet gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zu verschiedenen Territorien, unter anderem zu Frankreich bzw. vorher zum Herzogtum Lothringen, zum Fürstentum Nassau-Saarbrücken und zu einigen kleineren Herrschaften. Der Landkreis Saarlouis entstand nach den Napoleonischen Kriegen infolge des zweiten Pariser Friedens 1815, der eine umfassende territoriale Neuordnung bewirkte. Damit ging das Gebiet an Preußen und wurde 1816 ein Teil der preußischen Provinz Rheinland. Im gleichen Jahr wurde der Landkreis Saarlouis als Verwaltungsbezirk gegründet.
Verwaltungssitz und Namen gebend für den Kreis wurde die Festungsstadt Saarlouis, die von Louis XIV zur Sicherung der Ostgrenze Frankreichs in Auftrag gegeben, von seinem Baumeister Vauban ersonnen und 1680 als Grenzfestung in Lothringen erbaut wurde. Konzept Vaubans war es, gleichermaßen eine verteidigungsstarke Festung und eine Wohnstadt zu errichten. Während der Französischen Revolution wurde Saarlouis Sitz der jakobinischen Distriktverwaltung. 1815 übernahm dann Preußen die Festung. Die Festungsanlage ist bis heute gut erhalten und prägt weiterhin das Stadtbild.
Zwischen 1936 und 1945 hieß die Stadt Saarlouis nach dem Zusammenschluss mit der Stadt Fraulautern "Saarlautern".
Bei der am 1. Januar 1974 durchgeführten Kreisreform im Saarland wurde das Gebiet um einige Gemeinden vergrößert.
Die Mehrheit der Bevölkerung im Kreis ist römisch-katholisch. In jeder Zivilgemeinde des Landkreises besteht mindestens eine römisch-katholische Gemeinde, die alle zur Diözese Trier gehören. Der Dillinger Saardom ist die größte Kirche des Saarlandes. Die evangelische Bevölkerung des Kreises gehörte seit 1817 zur Evangelischen Kirche in Preußen (EkiP) und seit 1947 zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Weitere christliche Gruppierungen sind die freikirchliche Gemeinde in Dillingen, Lebach, und Saarlouis-Steinrausch, die Zeugen Jehovas (v.a. in Saarlouis-Steinrausch) sowie neuapostolische Gemeinden (u.a. in Dillingen, Saarwellingen, Wallerfangen). Die Muslime unterhalten unter anderem in Dillingen eine Moschee.
Bis zur nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung gab es zudem ein reiches jüdisches Leben im Landkreis mit verschiedenen Synagogengemeinden, deren größte die von Saarwellingen mit Synagoge und Schulhaus in der Engelgasse und ihrem Friedhof in der Schliefgasse war. Heute leben wieder einige Juden im Landkreis, die der Synagogengemeinde Saar angehören.
Die Landschaft des Landkreises Saarlouis gibt gewissermaßen ein verkleinertes Abbild der Landschaft des gesamten Saarlandes wieder. Buntsandsteinhügel des Saar-Nahe-Berglandes treffen mit offenen Muschelkalkplatten des lothringisch-pfälzischen Stufenlandes und mit Ausläufern des rheinischen Schiefergebirges zusammen. Dem entsprechend ist das Landschaftsbild abwechslungsreich: die Saar teilt den Landkreis von Südosten nach Nordwesten. Der relativ schmale Streifen im Westen, der so genannte Saar-Nied-Gau oder Saargau, steigt von der Saar steil zum Muschelkalkplateau des lothringischen Hügellandes auf. Die Höhe der Landschaft reicht von ca. 175 m ü. NN auf der Talsohle der Nied bis zu über 400 m ü. NN auf den Höhenrücken. Von den Hochflächen hat man einen weiten Blick sowohl in das Saartal als auch in das benachbarte lothringische Hügelland. Topographisch ist die Landschaft durch die sanft gewellte Stufenfläche der Muschelkalkstufe sowie den steil abfallenden Stufenhängen der Muschelkalk- und der Voltziensandsteinstufe geprägt. Sie wird durch zahlreiche Täler in einzelne Rücken und Kuppen gegliedert. Die Nied mit ihrer breiten Aue teilt die Landschaft in einen nördlichen und einen südlichen Teilbereich. Im Norden und auf den Steilhängen gibt es größere Waldflächen, nach Süden hin nur inselhafte Bewaldung. Ansonsten wird die Landschaft von Feldgehölzen im Wechsel mit Ackerland und Wiesen geprägt. Die Hochflächen werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt und sind relativ strukturarm, die Stufenhänge sind stärker strukturiert. Es bestehen einige kleinere Naturschutzgebiete, das Niedtal und einige weitere Flächen sind als FFH-Gebiete gemeldet. Besonders wertvolle Lebensräume sind die Kalk-Halbtrockenrasen und extensiv genutzte Auwiesen entlang der Nied.
Geringe Bevölkerungsdichte und lothringische Siedlungsweise prägen das Landschaftsbild bis heute. Typisch sind unter anderem die Lothringer Bauernhäuser, ein Gebäudetyp, der zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert im Gebiet des früheren Herzogtums Lothringen entstanden ist.
Der gering bewaldete Talraum der Saar ist durch eine Wechselfolge von Engtalstrecken und weiten Becken gekennzeichnet. Die breite Talaue, besonders bei der Mündung der Prims, und die mildern Temperaturen machen das Tal geeignet für landwirtschaftliche Nutzung. So liegt in der Lisdorfer Au bei Saarlouis der Gemüsegarten des Saarlandes. Allerdings ist das Tal der Saar auch im Landkreis Saarlouis im Wesentlichen ein Verdichtungsraum mit dichter Besiedelung und industrieller Prägung. Zentren sind Saarlouis und Dillingen.
Im östlichen Teil des Landkreises liegt das Prims-Blies-Hügelland, ein Teil des Saar-Nahe-Berglandes, das vom Saartal aufsteigt bis zum Hochwald. Markante Berge zwischen Saartal und Hochwald wie etwa der Litermont und der Hoxberg geben der Landschaft markante Konturen. Im Prims-Blies-Hügelland gibt es kaum größere zusammenhängende Waldflächen, die meisten Flächen werden landwirtschaftlich genutzt. Diese Kulturlandschaft ist abwechslungsreich strukturiert. Die auf kleine Inseln beschränkten Waldflächen bestehen größtenteils aus Buchenwäldern. Die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen ist kleinteilig strukturiert. Es überwiegen Ackerflächen gegenüber Grünlandnutzung.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der Landkreis noch überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Eine Besonderheit war lange der Weinbau im Landkreis, der seit dem Mittelalter belegt ist. Vor allem in den Niedtalgemeinden produzierte man auch für den Markt, bevor zu Beginn des 20. Jahrhunderts veränderte Wettbewerbsbedingungen zu einem Niedergang des Weinbaus führten.
Der das Saarland prägende Steinkohlebergbau hat auch im Landkreis Saarlouis eine lange Tradition. Das älteste Industrieunternehmen im Landkreis ist die 1685 gegründete Dillinger Hütte. Sie war nach 1815 der bedeutendste Blechproduzent des preußischen Staates. Um 1900 stellten Bleche und Panzerplatten die Haupterzeugnisse der Hütte dar. Heute ist die Dillinger Hütte der wichtigste Stahlproduzent des Saarlandes. Seit 1987 hat Dillingen auch einen eigenen Hafen, der vorwiegend von der Hütte genutzt wird. Als einziges Bergwerk im Landkreis ist heute noch das Bergwerk Ensdorf in Betrieb.
Zu nennen sind des Weiteren die 1841 gegründete ehemalige Glashütte in Wadgassen und die Privatgrube Hostenbach. Beide wurden von der Familie Villeroy & Boch betrieben. Von der Grube Hostenbach ist noch das Fördermaschinenhaus des so genannten Karl-Schachtes vorhanden.
Daten im Überblick:
Landkreis Saarlouis
Bundesland: Saarland
Verwaltungssitz: Saarlouis
Fläche: 45.908 ha
Davon:
Landwirtschaft: 22.957 ha,
Wald: 11.285 ha,
Wasser: 722 ha.
Einwohner: 210.343 (31.12.2005)
Bevölkerungsdichte: 458 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SLS
Kreisgliederung:
3 Städte und 10 Gemeinden
Städte: Dillingen/Saar (21.486 Einwohner), Lebach (20.709 Einwohner), Saarlouis (38.250 Einwohner)
Gemeinden: Bous (7.360 Einwohner), Ensdorf (6.739 Einwohner), Nalbach (9.613 Einwohner), Rehlingen-Siersburg (15.921Einwohner ), Saarwellingen (13.821Einwohner), Schmelz (17.450 Einwohner), Schwalbach (18.540 Einwohner), Überherrn (12.071 Einwohner), Wadgassen (18.689 Einwohner) Wallerfangen (9.694 Einwohner).
Größte Stadt ist die Kreisstadt Saarlouis, kleinste Gemeinde ist Ensdorf.
Landwirtschaftliche Betriebsstruktur:
insgesamt 310 Betriebe mit 16.083 ha
davon 30 unter 2 ha,
177 Betriebe 2-50 ha,
43 Betriebe 50-100 ha,
60 Betriebe 100 und mehr ha.
5 Landwirtschaftliche Betriebe mit Viehhaltung in ökologischer Bewirtschaftung (2003) (Saarland gesamt: 80).
Literatur
-Agrarstrukturerhebung 2003 – Strukturdaten der Landwirtschaft (Sonderheft Nr. 212/2006). (Hrsg. v. Statistisches Landesamt Saarland.) Saarbrücken 2006
-Die Deutschen Landkreise. Wappen - Geschichte - Struktur. (Hrsg. v. Linder, Erich Dieter; Olzog, Günter.) München 1986
-Landkreis Saarlouis im Naturpark Saar-Hunsrück (180-450 m über NN), Freizeit- und Erholungsraum an der Unteren Saar. (Hrsg. v. Landkreis Saarlouis.) Saarbrücken o. J.
-Saarländische Gemeindezahlen 2006 (Hrsg. v. Statistisches Landesamt Saarland.) Saarbrücken 2006
-Grein, Helmut:
Landkreis Saarlouis (Reihe Archivbilder). Erfurt 2001