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- AgrarKulturerbe-Preis

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Landschloss Pirna-Zuschendorf, Botanische Sammlungen

Beschreibung
Zur Botanischen Sammlung gehört auch eine "Obstorangerien im Scherben", nämlich Zwergobstbäume in Töpfen. Zwergobstbäume entwickelten sich besonders in Mitteleuropa zu einer eigenständigen Gartenkultur. Bereits der churfürstlich Sächsischer Hofgärtner Heinrich Seidel beschrieb die Entwicklung der "Obstorangerie, nach Art der Chinesen in Scherben zu ziehen" in seinem Buch "Der Frühlings- und Sommergärtner" von 1803. Illustriert wird dieses Buch mit einem Kupferstich, einen Chinesen darstellend, der Zwergobstbäume zum Markt trägt.
Erste kleinere Versuche unternahmen die Franzosen, bevor H. D. Diel diese Gartenkunst in Deutschland in großem Stil begann. Er besaß nach 15 Kulturjahren im Jahre 1798 bereits 181 Apfelsorten, 100 Birnensorten und 18 Pfirsichsorten im Scherben. Vorrangig der Adel füllte mit ganzen Zwergobstsammlungen in feinen Keramiktöpfen oder Holzkübeln seine Orangerien. Mitte des 19. Jahrhunderts, als allgemein die Bezeichnung "Zwergobstbäume im Topf" verwandt wurde, gab es wohl eine sehr allgemeine Verbreitung dieser Pflanzen. Bis Mitte diesen Jahrhunderts gibt es in der gärtnerischen Literatur Hinweise über die Kulturführung. Vermutlich durch Kriegsnöte verlorengegangen, vergaß man diese schöne Gartenkultur erstaunlich schnell.