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Oberbayrische Almen: Glossar

A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  V  W  Z  Alle
A
AbergVon Aa "Mutterschaf".
AbschönenHerab gerollte Steine beseitigen.
AckerIm bayerischen Oberland eine zweimähdige Wiese! Von idg. Ag "treiben, Trift, Weideland". Nachdem der Ackerbau die Grünlandwirtschaft zurückdrängte, wurde der Begriff auch für das Pflugland verwendet.
AdelgrasAlpenwegerich (Plantago alpina).
Agen-Nadeln-.
Ager-ViehNutzvieh.
AgesteinSiehe unter "Augstein".
AibiIm Isartal für kleine Alm (Willibald, Lenggr.)
AiplAlm. Im Raum Oberaudorf auch für Niederleger.
AkeleiLdg. Ak "spitz, scharf". Ahd. Agaleia, mhd. Ageleie, mlat. Aquie(g)ia "Wassersammlerin".
Allgäu"In den Allgäuer Alpen ist das herrschende Gipfelgestein der Hauptdolomit, in den oberbayer. Alpen der Wettersteinkalk... Eine weitere grundlegende Verschiedenheit zwischen Allgäuer und oberbayer. Alpen wird durch den Reichtum des Allgäus an weichen, fruchtbaren Schieferböden hervorgerufen. Dadurch wurde das Allgäu in erster Linie das Land der Almen, während die oberbayer. Alpen das Land der Holzknechte und Jäger wurde."
Allmende"Gemeiner Markt". Auch Alleman, Allmend. Bayer./österr. Gmain. Siehe auch unter "Gmain". Früher unverteilte Gemeindegründe.
AllochthonVon fremder Herkunft; nicht bodenständig. Von gr. allo "fremd" und chtonos "Grund". Siehe auch unter "autochthon".
Alm"Weideflächen über den Dauersiedlungen innerhalb des Berggebietes, die mehr oder weniger weit vom Talanwesen entfernt sind..." Alm16. Jh. gebräuchliche Nebenform Alm entstand aus der mhd. gebeugten Form alb(e)n. Im schwäbisch-alemannischen Bereich der Alpen wird weiterhin von einer Alpe gesprochen.
Alm-ArtenEinteilung in: Tal-, Hang-, Kar- oder Kessel-, Joch- oder Sattel-, Kamm-, Plateau-Almen.
Alm-DefinitionDaran haben sich bereits viele versucht. Eine der ältesten ist die von Schuppli aus dem Jahr 1909: "Eine Alpe besteht größtenteils aus Weideflächen, liegt oberhalb der ständigen Wohnungen, wird zur Sommerweide des Viehs benutzt und enthält nur während dieser Zeit benutzte Wohnlichkeiten."
Alm-FutterwertEr nimmt mit der Höhe zu!
Alm-NameEs sollte möglichst der traditionelle Name erhalten bleiben, so wie er im Forstkataster von 1852 registiert wurde.
AlmangerAuch Almgarten. Früher zur Heugewinnung für Notsituationen unterhalten. "Nach Hofmann (1921) sollte die Größe eines Almangers für 15 Stück Großvieh etwa 1 Tgw. betragen."
AlmbauerntagSiehe unter "Almkirte".
AlmbriefFrüher handgeschriebene Almordnung.
AlmbuchVon Dr. Thomas Ager am Landwirtschaftsamt Miesbach eingeführt. In den Jahren 1950 bis 1954 wurden dazu von "Schreiner Toni" und "Fischbacher Hansl" sämtliche Almen besucht und dokumentiert.
Almerer1. Bewirtschafter einer Alm. 2. Almbauer. 3. Örtlich für den obersten Almhirt. 4. Auf der Alm beschäftigtes Personal. 5. Almruf, Almgesang. 6. Verständigungsruf zwischen Almleuten. 7. Jodler. 8. Berggeist. 9. Schrank, Truhe. 10. Kleiner Wandschrank. 11. Speiseschrank.
AlmerinIn Bayern für Sennerin, die keine Kühe auf der Alm betreut.
AlmfrauFrüher Sennerin des "Almherrn" (siehe dort).
AlmgartenGleichbedeutend mit Almanger. Gezäunte und gedüngte Wiese in Kaser-Nähe, auf der Heu für eine Stallfütterung gewonnen wird (für plötzliche Schneefälle und krankes Vieh). Die Erträge sind vier- bis fünfmal so hoch wie auf der ungedüngten Alm.
AlmgerichteKaasspatzen, Rahmmuas, Schmarrn, Polenta, Biaschkaas oder Biaschauflauf (aus Kolostralmilch zubereitet), Paprikakartoffeln, Pressknödel (aus Brot zubereitet), Bruchtl (Mehlspeise).
AlmherrAuch Almmeister und Aelplherr. Früher alljährlich beim Hoagascht gewählte Person. Aufgabe: Überwachung der Zäunung, des Reutens, des Almputzens und der Haltung des Almstiers.
Almhoargascht'nSiehe unter "hoargarten".
AlmhumusIn der Latschenregion, also in Höhen über 1400 m, ist der Zersetzungsprozeß von Pflanzenresten so eingeschränkt, das sie vertorfen. Es entsteht der tiefschwarze, sog. "Almhumus". Auf schwer durchlässigen Böden führt dies zur Versauerung der Alm (z.B. Möslarn-Alm).
AlmingerIm Raum Reit i.Winkl für Almpersonal.
AlmkirtaAlmkirchtag. 25. Juli (Jakobstag). Traditioneller Besuchstag der Angehörigen des Almpersonals; Almbesichtigungstag.
AlmlehrgängeMuss noch erläutert werden.
AlmmeisterAnsprechpartner bei Almgenossenschaften. Er regelt den Bestoß der Almen. Im Inntal Älpler und Almherr. Der von jeder Almgenossenschaft aufgestellte Almmeister hat den gesamten Almbetrieb zu überwachen.
AlmneigungAb 25° nur schwer, ab 30° fast kaum noch beweidbar.
AlmnutzenButter, Topfen, Kaas u.a.
AlmordnungWurde im 19. Jh. für nahezu jede Alm vom Landrichter ausgehandelt. Der Zweck war, Streitigkeiten zu vermeiden.
Almputzer AlmputzerDiese hielten früher auf größeren Almen die Weide strauch-, unkraut- und steinfrei, beseitigten Blaiken, pflegten Zäune und Zuwege. Sie waren den gesamten Sommer auf der Alm tätig.
AlmrechtÜblicherweise wurde das Almrecht zusammen mit den Höfen übergeben. Es konnte aber auch verkauft und verpfändet werden. Die Almhütten wechselten häufig die Besitzer und damit auch ihren Namen.
Almschicht"Zur Zeit der Holzknechte ging an Jakobi (25. Juli) der Bauernknecht zur Alm seines Bauern, sah dort nach dem Rechten, führte Reparaturarbeiten durch und wurde von der Sennerin bewirtet. Aus diesem Arbeitstermin wurde später eine Festtag: Die Holzknechte des beginnenden 20. Jahrhunderts hatten einen Tag frei und besuchten eine Alm und eine Sennerin, die ihnen gefiel - und machten sich einen schönen Tag. Nachdem ab 1919 Holzknechte zu Waldarbeitern wurden, verschwand dieser Feiertag."
AlmschmuckDer Ursprung ist heidnisch. Er diente früher dazu, um den wertvollen Besitz vor bösen Geistern zu schützen.
AlmschörgFrüher Mitarbeiter des Almherrn (siehe dort).
Almschutz-Politik"Die staatliche Almschutz-Politik verfolgt das Ziel, die bestehenden Almen als solche zu erhalten. Sie ist begründet einerseits in der wirtschaftlichen Bedeutung der Almweiden, andererseits in deren besondere Gefährdung und Schutzbedürftigkeit." Anmerkung: Heute sind weitere Motive hinzuzufügen wie Schutz der Landschaftsästhetik, Artenvielfalt u.a.m.
AlmstuhlungFestlegung der maximalen Bestoßzahl für eine Alm.
Almwagen"Oim-Wagei" (Reit i. Winkl). Kleiner, geländegängiger Pferdewagen.
AlmweideVom Talgut geografisch weit getrennt. Weide mit Hütte, von der aus das Vieh betreut wird.
Almwirtschafts-Politik"Die A.P. umfasst alle jene Maßnahmen, die dem Staat zum Schutz und zur Förderung der Almwirtschaft obliegen."
AlmzwangDer Almzwang legte früher fest, wie viele Tiere aufgetrieben werden mussten, um auf den Talweiden hinreichend Winterfutter zu gewinnen.
AlpachAlm mit sehr vielen Föhren.
AlpeAlemannisches Wort für Alm. Vorwiegend gebräuchlich im Allgäu. Die Wurzel liegt im ahd. "albe". Das wurde aus dem Keltischen übernommen und bedeutete hier "hoch".
älpelnEine kleine Sennerei betreiben.
AlpherrIm Raum Reit i. Winkl Titel des Almvorstandes, ursprünglich auch Almknecht u. Bergmeister genannt.
AlpicareLat. für sömmern, das Vieh im Sommer auf der Alm halten.
Altan1. Ital. für Söller, umlaufenden Balkon. 2. Bis zum Erdboden unterbauter Austritt, teilweise in Verbindung mit einer Freitreppe.
AltfachIm Werdenfelser Land für stehengebliebenes, trockenes Gras (stellt im Frühjahr eine Brandgefahr dar).
AltkotVerlassener Almleger.
AltrachSiehe "Troi".
Ang"Viehweide" im Raum Bad Feilnbach.
Angeforsteter UntertanUrsprüngliche Bezeichnung für "Berechtigter, Rechtler".
AngerVon ahd. angar, auch eng(e) "Wiese". Früher i. d. R. eine "gezäunte Grasfläche im Dorf".
AnnehmviehNicht-hofeignenes Vieh. Siehe auch unter "Pensionsvieh".
AnstempelnZiege o.a. Tier anpflocken (nordd. "tüdern").
AnzenGabeldeichsel.
AperschlittenDieser wurde früher für den Transport von Almplunder in Gelände benutzt, wo kein Wagen eingesetzt werden konnte.
AperzeitDie schneefreie Zeit. Sie verkürzt sich im Frühjahr je 100 m Höhe um 11,5 Tage, im Herbst lediglich um 1/3 Tag!
ApotropaionVon gr. Atropos, einer Schicksalsgöttin (Spinnerin), die den Lebensfaden abschneidet. Örtlich an Almhütten verwendetes Abschreckmittel gegen böse Geister.
AptychenschichtenSchichten mit Versteinerungen von Ammoniten. Benannt nach den Verschlussdeckeln der Gehäuse, gr. Aptychen . Als rote Schichten leicht zu erkennen.
Ärar1. Staatsvermögen, Staatskasse, von lat. aes "Gold, Erz (Gen. aeris). 2. In Österr. f. "Fiskus".
ArbeiterhütteHütte mit sechs bis acht Schlafstellen. Zu unterscheiden von der "Diensthütte" (siehe dort).
Arbor terminalesGrenzbaum.
ArchaeophytenPflanzen, die aus der Alten Welt zu uns kamen.
AschteIn Tirol für Voralm (in der Schweiz Maisäß).
AstenTiroler Ausdruck für Nieder- oder Voralm mit einem sog. Futterstall. Die Tiere wurden hier oft bis Weihnachten gehalten. Vorteile: 1. Das Futter musste nicht ins Tal gebracht werden, 2. Der Mist verblieb dort, wo er wieder ausgebracht wurde.
Auer-Von ahd. Ur "Auerochse".
AufbuschenIm Raum Miesbach: Rinder für den Almabtrieb schmücken. Im BGL "aufkranz'n".
Aufgefahrene HütteSpäter erhöhte Hütte.
AufstallungAuf Almen für Jungvieh unüblich geworden. Sie würde aber der "Metastasen-Bildung" von Lägerflora entgegenwirken (gelenkte Düngung). Darüber hinaus gibt’s die altbekannten Motive.
AufsteckerMeist im Werdenfelser Land für Kopfschmuck der Kühe beim Almabtrieb. Im BGL Fuikl genannt.
AuftriebsalterEs dürfen nicht zu junge Tiere auf die Alm geschickt werden. Auf guten Weiden können sich allerdings Jungrinder schon mit 9 Monaten ohne Beifutter ernähren.
AugsteinMhd. Agestein "Bernstein". Als Name wurde der Bernsteindrechsler gemeint.
AuslackenVermessen.
AusloatnSchräg in den Weg gebaute Rinne zum Wasserableiten.
AustragJuristisch verbriefte Hofübergabe aus der Zeit, als es noch keine gesetzliche Altersversorgung gab.
AustraglerAltenteiler.
AutochthonBodenständig. Von gr. auto "selbst" und chtonos "Grund, Erde".